Aktuell    aktualisiert am 18 . Dezember 2020   

Baron Karl Ludwig von Künßberg-Wernstein.
Ein Leben für die Anthroposophie - Teil 4.

 

Heilen und Helfen: Das Forsthaus Wernstein als neuer Mittelpunkt.
 
In dem Alter, in dem andere in Rente gehen, begann Baron Karl Ludwig mit seiner dritten Frau Sabina im Forsthaus Wernstein ein neues Leben. Das anthroposophische Konzept von Helfen und Heilen stand jetzt im Vordergrund. Die ganzheitliche Medizin.
 
Baron Karl Ludwig leistete meditative Arbeit für sich, für andere, für die Menschen und die Landschaft. Noch bis vor einigen Jahren ging er täglich ins Schloss. Dort hatte er ein Zimmer in dem er ungestört seinen Studien nachging. Er wäre gerne Arzt geworden, vertraute er der Interviewerin an.
 
Als Imker schlug er nochmal einen neuen Weg ein, auf seine Umwelt einzuwirken. Für die Redaktion „Unkraut“ des Bayerischen Fernsehens gab er im Mai 2008 ein Interview über seine Bienen und deren Zukunft. Damals wie heute ein ungelöstes Problem. Inzwischen reduzierte Baron Karl Ludwig die Imkerei, weil er die notwendige Arbeit nicht mehr leisten konnte. Einige Bienenvölker gab er ab, einige Völker gingen ein.
 
Wenn es galt, einen wilden Bienenschwarm einzufangen, war der Baron jedoch zur Stelle. Vor bald 10 Jahren, im Mai 2011, als die Bienen anfingen zu schwärmen, war ein Schwarm der Bienenkönigin in einen Apfelbaum auf dem Weinberg unterhalb des Schlosses gefolgt. Da hing der Schwarm nun wie eine Traube in der Baumkrone. Roland Friedrich, der gerade einen Schnitzkurs vorbereitete sah das von seiner Werkstatt aus, damals noch im Unteren Schloss befindlich. Zufällig war Horst Ludwig bei ihm, ein leidenschaftlicher Imker und Vogelkenner. Er war der Sohn jenes Paul Ludwig, der 1953 mit dem Baron die Reise nach Loverendale in Holland unternahm. (Schaudichum, Michaeli 2020). Horst holte Imkerausrüstung und Leiter. Zwar konnte er mit einer Feder den Schwarm vom Ast lösen, ihn auf den Boden und zum bereit gestellten Eimer locken. Aber allmählich bemerkten beide eine rückläufige Bewegung des Völkchens. Die Königin war noch oben! Die Traube am Ast schwoll immer mehr an, da riefen sie den Baron zu Hilfe. Gekleidet in weiße Hose, mit weißem Hemd und angelegtem Kopfschutz, erklomm der damals 83jährige die Leiter und „pflückte“ den surrenden Schwarm mit dem Eimer ab.
 
Am Boden angekommen, bugsierten sie gemeinsam die summende Bienentraube vom Eimer in den Bienenkasten. Inzwischen war es dunkel geworden. Roland verschloss den Kasten mit einem Gurt und freute sich noch viele Jahre an dem prächtigen Schwarm.
 
Was dem Baron fehlt, ist gegenwärtig die Einstellung, wie wir unsere Nahrungsmittel herstellen wollen. Da ist noch viel Gedankenarbeit zu leisten.
 
Als sich die Interviewerin nach dem ersten Besuch im Januar 2020 verabschiedete, war sie frohgestimmt über das offene Gespräch und die freundliche Aufnahme im Forsthaus. Baron Karl Ludwig überreichte ihr einen 1 kg schweren Honigtopf. Seine Aufgaben auf dieser Erde seien irgendwann erfüllt, meinte er gelassen. Kontakt halten, meditieren, diese Fähigkeiten zeichneten Baron Karl Ludwig schon immer aus.
 

 
Artikel von Anita Eichholz
in der Vierteljahreszeitschrift Schaudichum Nr. 28, Weihnachten 2020,
7. Jahrgang
,
Interview mit Baron Karl Ludwig von Künßberg, Teil 3, S. 9-11;
 

Preis der Zeitschrift 3,50 €.


Die Zeitschrift ist zu beziehen über
info@kulturlebenraum.de
siehe auch www.kulturlebenraum.de/schau-dich-um/

 

 
Baron KL 21

Abb.: Baron Karl Ludwig von Künßberg-Wernstein mit 21 Jahren.


 

 
Baron KL 98

Foto: Baron Karl Ludwig von Künßberg in seinem Wohnzimmer im Forsthaus, Januar 2020.


   
"Irmgard von Künßberg, Lebensbilder aus Siethen und Wernstein"
Hrsg. Anita Eichholz, Epubli Verlag, Jubiläumsausgabe Januar 2020

468 Seiten, zahlreiche Abbildungen aus Familienbesitz.
Neue ISBN 978-3-750268-87-6
Preis: 26,80 €,

bestellbar über den Buchhandel,
bei Epubli: www.epubli.de
und bei Amazon: www.amazon.de

www.anita-eichholz.de
anita.eichholz@t-online.de
Cover Irmgard von Künßberg

Abb.: Irmgard von Künßberg:
Lebensbilder aus Siethen und Wernstein,
Hrsg. Anita Eichholz, 2020  

Ein Interview mit Anita Eichholz finden Sie auf YouTube. Einfach bei Google unter „Lesung im Schloss Siethen“ suchen und es erscheint der YouTube-Bericht.
 
30 Jahre nach der deutschen Wiedervereinigung erscheint eine Jubiläumsausgabe der „Lebensbilder aus Siethen und Wernstein“ (Erstausgabe 2013).
Irmgard Badewitz wurde 1898 in Berlin geboren und wuchs auf in Siethen in der Mark Brandenburg. Um die Erinnerungen an ihr Siethener Leben zu bewahren, widmet sie den prägenden Gestalten ihrer Kindheit und Jugend, wie ihrer Kinderfrau Olga, ihren Eltern und Großeltern, aber auch den Angestellten und den Dorfbewohnern Siethens liebevolle Charakterstudien. Nach einer Ausbildung als Sängerin, unter dem Eindruck des 1. Weltkriegs, beschloss sie, Krankenschwester zu werden. Im Jahr 1926 heiratete sie Max Freiherrn von Künßberg, der ihr in Schloss Wernstein, dem Stammsitz des fränkischen Uradelsgeschlechts, ein neues Wirkungsfeld bot. Baron Max, aus Tradition Forstwirt von Beruf, unterstützte ihre künstlerischen Interessen. Baronin Irmgard berichtet von gesellschaftlichen Kontakten in der weitläufigen Verwandtschaft und im Umkreis der Familie Wagner in Bayreuth.
Eingehend beschreibt sie, wie die Familie das Ausbreiten des nationalsozialistischen Regimes auf den Wernsteiner Alltag zu verhindern suchte. Bei der Beerdigung ihres Vaters Dr. Gottfried von Badewitz im Januar 1944 sah sie Siethen zum letzten Mal. Exemplarisch wird deutlich, mit welchen Verlusten die Menschen dieser Generation fertig werden mussten. In Schloss Wernstein fanden zum Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 Verwandte und zahlreiche Flüchtlinge erste Zuflucht, darunter Familie Eichholz. Herausgeberin und Mitautorin Anita Eichholz, geb. 1943 in Ostpreußen, verdichtet die Erinnerungen ihrer Patentante zu einem spannenden Stück Zeitgeschichte. Für eine Reise in die alte Heimat nach der Wiedervereinigung fühlte sich Baronin Künßberg zu alt. Es sind ihre „Lebensbilder,“ die die Verständnisbrücke in die Vergangenheit bauen.
 
Die Jubiläumsausgabe vom Januar 2020 enthält zahlreiche Fotos aus Familienbesitz, Nachworte der Herausgeberin, Stammtafeln und ein umfangreiches Personenregister.

 


 
Von Golkowitz nach Wernstein:
"Tagebuch der Marianne von Lieres und Wilkau (1940-1946)"
  
  
Buchcover Tagebuch

Abb.: Cover Tagebuch der Marianne von Lieres

Flucht

Abb.: Flucht 1945

 

Das von Anita Eichholz transkribierte und in Buchform herausgegebene Tagebuch der Marianne von Lieres stellt ein erstaunliches, authentisches Dokument aus bewegter Zeit dar. Es ist versehen mit Familienfotos und Fotos der Herausgeberin von Mariannes originalen Bleistiftzeichnungen.
 
Mit ihren Eltern Lona und Constantin von Lieres und den Geschwistern Waldemar und Gert lebte Marianne im oberschlesischen Golkowitz, 1937 umbenannt in Alteichen. Ihre Eintragungen beginnen am 1. September 1940, vier Tage nach ihrem 10. Geburtstag, zu dem sie von ihrer Mutter Lona das rot eingebundene, unlinierte Büchlein geschenkt bekommen hatte. Die Jahre 1941 und 1942 ließ Marianne aus. Ab 1943, als Fahrschülerin in das Mädchenlyzeum in Kreuzburg/Oberschlesien, heute Kluczbork, führte sie die Einträge fort. Sie beschreibt den Schulalltag und ihre Freundschaften.
 
Marianne vertraut ihrem Tagebuch ihre Gedanken und Gefühle an, wie ein ganz normaler Teenager ihrer Gesellschaftsschicht. Als besonders schön erlebte sie die Ferientage bei ihrer Großmutter Gerta von Willich in Gorzyn, Kreis Birnbaum im Bezirk Posen. Mit ihrer Cousine Felicitas von Willich genoss sie herrliche Tage am Gorzyner See.
 
Nachdem ihr Bruder Waldemar 1943 an der Ostfront gefallen war, wird ihr Ton ernster. Sie weiß, da draußen in der Welt toben die „Schlachten des Alltags“. Dann, fast zu spät, erhält Familie von Lieres im Januar 1945 die Treckerlaubnis in den Westen. Ziel sind die Verwandten von Künßberg in Schloss Wernstein bei Kulmbach/Oberfranken. Dort trifft ein Teil der Familie im Februar 1945 ein, der stark dezimierte Gutstreck erst später. In der zusammengewürfelten Schicksalsgemeinschaft aus adeliger Verwandtschaft und anderen Flüchtlingen erlebt Marianne in Wernstein ihren 15. Geburtstag, der erste Geburtstag nicht in ihrem „Zuhause“. Im September zieht die Familie von Wernstein ins nahe Schmeilsdorf. Mit überraschender Klarheit und Beobachtungsgabe beschreibt Marianne die Alltagssituation im amerikanisch besetzten Bayern.
 
Im Februar 1946 hatte sich Marianne so weit gefasst, dass sie in ihrem Tagebuch die Erlebnisse während des Trecks von Golkowitz nach Wernstein rekapituliert. Ihr bewegender Bericht und ihr Tagebuch enden mit einem eingeklebten Foto von Schloss Golkowitz, darunter setzt sie hochdramatisch ein Schillerzitat: „Auch das Schöne muss sterben!“
 

 
 

Tagebuch der Marianne von Lieres und Wilkau (1940-1946),
Marianne Kreutzer (Aut.), Anita Eichholz (Hrsg.),
Berlin Juli 2019, 72 S., 18 Abb.,
ISBN 978-3-748571-59-9.

Das Buch ist für den Preis von 15,- € erhältlich:
 
-- in der Buchhandlung Friedrich, Holzmarkt 12, 95326 Kulmbach, Tel. 09221-4776
-- oder allgemein über den Buchhandel
-- oder bei www.epubli.de/shop/buch/Tagebuch-der-Marianne-von-Lieres-und-Wilkau-1940-1946-Anita-Eichholz-9783748571599/88588

-- oder bei www.amazon.de/Tagebuch-Marianne-Lieres-Wilkau-1940-1946/dp/3748571593/ref=sr_1_6?__mk_de_DE=%C5M%C5%8E%D5%D1&keywords=anita+eichholz&qid=1563886100&s=gateway&sr=8-6

-- oder direkt bei anita.eichholz@t-online.de.

www.anita-eichholz.de
 

 
 
"Zeitreise mit Lona von Lieres und Wilkau (1896-1979)"
 
DVD Anita Eichholz, 2018, 50 Min.
 

Lona von Lieres, geborene von Willich-Gorzyn, filmte auf 8 mm Film­material ohne Ton. Es wurde für diese Dokumen­tation digita­lisiert, ediert, vertont und mit einem Kommentar­text versehen. Lona v. Lieres verdanken wir die Zeit­reise, beginnend 1940 mit unersetz­lichen Aufnahmen von Herren­haus und Gut Golkowitz in Ober­schlesien und ihres Eltern­hauses in Gorzyn, Provinz Posen. Es scheint eine friedliche Welt gewesen zu sein. Doch hinter den Bildern ahnt man die Sorgen und Verluste des 2. Weltkriegs.
 
Erst sehr spät, Mitte Januar 1945, kann die Familie aus Golkowitz lostrecken. Die Flucht führt über ihr Gut Boberhof, Kreis Löwenberg, und durch das Sudetenland. Ziel sind die Verwandten Max und Irmgard von Künßberg in Schloss Wernstein in Ober­franken. Mit zahlreichen anderen Flüchtlingen findet Familie von Lieres in Wernstein und im nah gelegenen Schloss Schmeilsdorf Zuflucht. Trotz des Verbots der U.S.-Militär­behörde behält Lona ihre Kamera und filmt weiter. Tatkräftig und mit viel Einfalls­reichtum sorgt sie für Lebens­unterhalt und Aus­bildung der Kinder. Ihr Mann Tin starb bereits 1949. Nach dem Krieg war der Familien­­zusammen­halt besonders wichtig, mit verwandten aber auch fremden Flüchtlingen. Es entstanden einzig­artige Aufnahmen mehrerer Genera­tionen. Auch Schloss Eyrichshof bei Ebern, das Elternhaus der Gerta von Willich, geb. Freiin von Rotenhan, spielt in dieser Film­dokumen­tation eine Rolle. Lonas Lebensmut und Begeisterung für alles Schöne durchziehen den Film. Wer wissen will, wie man den Verlust von Angehörigen und der Heimat überwindet, findet hier möglicher­weise eine Antwort.
 
Buch und Regie: Anita Eichholz; Edit: Corina Dietz; Musik und Mix: Hans Heyne; Sprecherin: Beate Himmelstoß.
 
© DVD Anita Eichholz, 50 Min., Preis: 35,- € plus 2,95 € Porto u. Verpackung;
Bestellungen per E-Mail: anita.eichholz@t-online.de oder
Tel. +49-(0)89-281619.

Zeitreise Lona von Lieres

Abb.: Zeitreise Lona von Lieres
Foto:
Cover

Zeitreise Lona von Lieres Innen

     
 

Film (BR 2006, 45 Min.)  

"Zwischen König und Vaterland - Max Graf von Holnstein aus Bayern"

von Anita Eichholz

Das Buch zum Film erschien unter dem Titel:
 
"Zwischen Krone und Vaterland - Max Graf von Holnstein aus Bayern"

von Anita Eichholz

Epubli-Verlag Berlin Juli 2016, Preis 24,90 €, 36 Seiten, Farbdruck, ISBN: 978-3-7418-3010-5
Bestellbar über den Buchhandel oder bei www.epubli.de/shop/buch/54030 oder bei www.amazon.de.
 
 
 
 
GrafHolnsteinPorträt

Abb.: Buchcover "Zwischen Krone und Vaterland Max Graf von Holnstein aus Bayern"


Königin Amalie
   Anita Eichholz
"Königin Amalie von Griechenland.
Die tatkräftige Frau an König Ottos Seite."

Längst besteht kein Zweifel mehr, dass Königin Amalie von Griechenland, Herzogin von Oldenburg (1818 – 1875), eine vorbildliche Herrscherin war. Sie gehört in die Reihe der gebildeten, schönen Fürstinnen des 19. Jahrhunderts mit allen Eigenschaften einer guten Regentin. Sie besaß Menschenkenntnis, Durchsetzungsfähigkeit, eine humanistische Grundhaltung und persönliche Disziplin. Anita Eichholz vergegenwärtigt anhand zahlreicher Quellen und Abbildungen Amalies Jugend in Oldenburg als älteste Tochter des Großherzogs von Oldenburg, die Eheschließung mit dem bayerischen Prinzen Otto von Wittelsbach, den Aufbruch in das neu geschaffene Königreich Griechenland und den lebenslangen Einsatz für dieses Land.
 
Die erweiterte Fassung des Vortrags vom Dezember 2018 enthält auf 55 Seiten zahlreiche Abbildungen, insbesondere auch von Königin Amalies und König Ottos Exiljahren in Bamberg.
 
Nr. 24 der Schriftenreihe des Otto-König-von-Griechenland-Museums der Gemeinde Ottobrunn, herausgegeben von Prof. Dr. Jan Murken, Ottobrunn,
ISBN 978-3-9810707-4-6

Otto-König-von-Griechenland-Museum, Rathausstraße 3, 85521 Ottobrunn,
Öffnungszeiten: Samstags 10-13 Uhr und Donnerstags 15-18 Uhr.
 
www.ottobrunn.de/kultur-freizeit/freizeit-geniessen/koenig-otto-museum/

Abb.: Cover Königin Amalie von Griechenland


 
Jubiläumschronik
 
"125 Jahre Klinik Josephinum"

Gemeinsam mit den Herausgebern erarbeitete die Kulturhistorikerin Anita Eichholz einen Abriss der Geschichte des Josephinum und erforschte insbesondere die Anfänge der Privatheilanstalt Josephinum mit den Gründerpersönlichkeiten Dr. Guido Jochner und seiner Frau Olga, geborene Gräfin Tattenbach. Im Dezember 2018 erschien im August Dreesbach Verlag die Jubiläumschronik "125 Jahre Klinik Josephinum". Hier ist Anita Eichholz mit dem Beitrag "120 Jahre Vinzentinerinnen im Josephinum” vertreten. Im Unterschied zu ihrer Broschüre "Die Vinzentinerinnen im Josephinum München", in der sie die gesamte Geschichte der Vinzentinerinnen beschreibt, beleuchtet sie hier eindrucksvoll das unmittelbare Wirken der Schwestern in der Klinik.

 
 
Chronik Josephinum-125
 
Kunstführer

"Die Vinzentinerinnen im Josephinum München"
von Anita Eichholz

Verlag Schnell & Steiner GmbH Regensburg 2010

erhältlich bei www.amazon.de

Kunstführer Die Vinzentinerinnen)

 
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